Gastrotest: Weinstuben
Okt. 97/ Auflage 73
- Das Lokal Sie gehört zu jenen unscheinbaren Weinstuben, von deren Existenz man nur durch Zufall erfährt. Touristen scheien bei Familie Morgen, im verträumten Eitelsbach, Mangelware zu sein - Stammgäste aus der Umgebung kehren dafür um so lieber ein. Drinnen geht"s eher rustikal zu, die Einrichtung setzt auf die Karte Schlichtheit. Doch die Terrasse hinterm Haus kann wahrlich begeistern - an lauen Oktobertagen ist nichts schöneres vorstellbar.
- Der Service Eine eher zurückhaltend agierende, aber immer freundlich Dame - die Chefin höchstpersönlich? - sorgte für unser Wohlbefinden. Und hatten wir uns bereits auf längere Wartezeiten eingestellt (in Familienbetrieben nicht unüblich), so wurden wir angenehm enttäuscht: Hier ging"s flink zu.
- Das Essen Hausmannskost wie aus dem Bilder (koch-) buch wird in der Weinstube Morgen serviert. Kleinigkeiten kommen ebenso auf den Teller wie sättigende Hauptgerichte. Wir genossen einen Salatteller mit Schinken und Käse (sowie recht angenehmer Sauce) und den kräftig gewürzten Hackbraten mit Spiegelei und Bratkartoffel. Niemand braucht sich ob der Größe der Portionen zu sorgen, wie alle anderen Gäste gingen auch wir mit vollem Magen
- Das Trinken Ungewöhnlich gut sortiert ist die Weinkarte in diesem netten Gutsausschank. Reife Tropfen aus dem tollen 90er Jahrgang gibt es noch, dazu Raritäten von 1971 oder gar 1969. Den von uns verkosteten Weinen bescheinigen wir rustikale Qualität.
- Fazit Interessante Weine, Essen wie bei Muttern und eine idyllische Terrasse, weit entfernt vom Großstadttrubel - was würde auch der anspruchsvollste Genießer mehr begehren?